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Bayerische Betriebskrankenkassen positionieren sich zur aktuellen Gesundheitspolitik

München, 27.07.2010

Die Selbstverwaltung der Betriebskrankenkassen in Bayern fordert, dass die Beitragsautonomie wieder in die Hände der Krankenkassen zurückgegeben wird. Auch mit kassenindividuellen Zusatzbeiträgen werde eine echte Beitragsautonomie nicht wieder hergestellt, stellt der Verwaltungsrat des BKK Landesverbandes Bayern in einem Positionspapier fest.

Wettbewerb degradiert bislang zum Lippenbekenntnis der Reform. Eine sinnvolle Honorarreform muss nach Ansicht des BKK Landesverbandes Bayern insbesondere regionale Versorgungsstrukturen und -anforderungen stärker berücksichtigen. Gerade die klein- und mittelgroß strukturierten Betriebskrankenkassen leisten einen Mehrwert in der regionalen Versorgung. Um dieses Innovationspotenzial zu stärken benötigt die Selbstverwaltung in den Ländern wieder mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Die Bundesregierung verspricht zwar strukturelle Reformen hin zu mehr Wettbewerb, ohne diese allerdings zu konkretisieren.

Auch wenn selbstverständlich die Verwaltungskosten der Krankenkassen zu überprüfen sind, hält der BKK Landesverband Bayern eine Deckelung, die bereits auf unwirtschaftlichen Kassenstrukturen und ungerechtfertigten Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds aufbaut, für falsch. Insbesondere fehlt jeglicher Nachweis, dass die Höhe der Verwaltungskosten der Krankenkassen von den 80 gesetzlich definierten Krankheitstypen abhängt (so genanntes Morbiditätsrisiko). Der BKK Landesverband Bayern fordert daher, die Verwaltungskosten wieder in die finanzielle Verantwortung der Krankenkassen zurückzuführen. Nur so bleibt eine schlanke Verwaltung für die Krankenkassen auch wirklich attraktiv. Der Morbiditätsbezug muss entfallen!

Angesichts der Finanzierungslücken der Gesetzlichen Krankenversicherung ist es nach Ansicht der Betriebskrankenkassen in Bayern notwendig, die Versorgung grundlegend strukturell zu reformieren. Ausgabenbegrenzung und Kostendämpfung alleine bieten keine langfristige Lösung für die sich wandelnden Herausforderungen einer älter werdenden Gesellschaft. Die Versorgung muss zielgenauer werden und Leistungssektoren überwinden. Dafür dürften aber keine zusätzlichen Geldmittel fließen.

Hintergrund:
Die bayerischen Selbstverwalter verabschiedeten Ende letzter Woche eine Stellungnahme der Betrieblichen Krankenversicherung in Bayern zu den GKV-Finanzreformplänen der Bundesregierung. Mit dem Ziel, die Finanzierung der Krankenkassen nachhaltig zu stabilisieren, sprechen sie mit diesen Positionen direkt Gesundheitspolitiker und Entscheidungsträger an.

Das vollständige Positionspapier des BKK Landesverbandes Bayern finden Sie auf der Startseite dieser Homepage.

Rund 2,5 Millionen Menschen in Bayern sind bei einer Betriebskrankenkasse versichert. Damit verfügen die Betriebskrankenkassen im Freistaat über einen Marktanteil von 24 Prozent.
Der BKK Landesverband Bayern vertritt die Interessen seiner 19 Mitgliedskassen mit Sitz in Bayern und der 128 Betriebskrankenkassen mit Versicherten im Freistaat.

Pressesprecherin:
Manuela Osterloh, Tel. 089 / 74579421, osterloh@bkk-lv-bayern.de