An Hautkrebs erkranken zunehmend auch junge Menschen: Ein Viertel der in einem Modellvorhaben der Betriebskrankenkassen histologisch bestätigten Hautkrebserkrankungen wurden bei unter 35-Jährigen gefunden. „Unser Modellvorhaben hat gezeigt, dass nicht in erster Linie das Alter für Hautkrebserkrankungen entscheidend ist, sondern der Haar- und Hauttyp“, erklärt Sigrid König, Vorstand des BKK Landesverbandes Bayern. „Eine zielgerichtete Krebsfrüherkennung muss deshalb altersunabhängig den Haar- und Hauttyp in den Mittelpunkt stellen“, so König weiter.
Seit Juli 2008 ist die Hautkrebsvorsorge im gesetzlichen Leistungskatalog ab einem Alter von 35 Jahren im Zwei-Jahres-Rhythmus festgeschrieben. Der BKK Landesverband Bayern ist mit dem Abschluss des Modellprojekts Ende 2009 an den Gemeinsamen Bundesausschuss mit dem Appell herangetreten, die Krebsfrüherkennungsrichtlinie entsprechend zu überarbeiten.
Der Abschlussbericht zum BKK-Modellprojekt Hautscreening wurde im September 2009 von Professor Michael Landthaler (Universität Regensburg), Professor Wilhelm Stolz und Stefanie Guther (beide Klinikum München-Schwabing) vorgelegt. Insgesamt konnten in dem BKK-Modellvorhaben die Untersuchungsergebnisse von 108.281 Personen herangezogen werden, die von 397 Arztpraxen ermittelt wurden. Bei 250 pigmentierten Veränderungen musste die Diagnose eines Melanoms oder potenziellen Melanomvorläufers gestellt werden. Weiterhin wurden 93 Fälle von Stachelzellkrebs und 491 Basalzellkarzinome identifiziert.
Pressesprecherin:
Manuela Osterloh, Tel. 089 / 74579421, osterloh@bkk-lv-bayern.de