„Es freut mich, dass jede zweite weiterbildende Schule unser Schulungsangebot der Betriebskrankenkassen zum Thema Essstörungen angenommen hat. Die Freude über die große Resonanz hat aber einen erschreckenden Hintergrund: Die Zivilisationskrankheit Essstörungen ist bei vielen Jugendlichen akut geworden! Mit den Fortbildungen und den Unterrichtsmaterialien im Rahmen des Präventionsangebotes bauchgefühl stehen Bayerns Schulen zielgruppengerechte Bausteine zur Verfügung. Ich hoffe, dass viele Lehrerinnen und Lehrer ihr Wissen in ihren Schulen weitertragen“, erklärt der Schirmherr der Initiative bauchgefühl, Kultusstaatssekretär Dr. Marcel Huber.
„Essstörungen gehören in der modernen Gesellschaft zu den am meisten verbreiteten psychosomatischen Erkrankungen unter Jugendlichen und jungen Frauen. Haben sie sich einmal manifestiert, sind sie extrem schwer behandelbar. Umso wichtiger ist es deshalb, präventiv anzusetzen und die Jugendlichen dabei zu unterstützen, ein gesundes Körpergefühl aufzubauen. Deshalb stellen wir Unterrichtspakete für die Schulen zur Verfügung. Der große Erfolg bei den Lehrerschulungen zeigt, dass der Anknüpfungsort Schule richtig und wichtig ist“, erklärt Sigrid König, Vorstand des BKK Landesverbandes Bayern.
Bayerns Schülerinnen und Schüler leiden immer häufiger unter Essstörungen. Einer Studie des Robert-Koch-Instituts zufolge zeigt inzwischen jedes dritte Mädchen im Alter von 11 bis 17 Jahren Ansätze zu einer Essstörung; bei den Jungen ist es jeder siebte. Entsprechend umfangreich nahmen Bayerns Lehrerinnen und Lehrer das Fortbildungsprogramm bauchgefühl an, welches das Bayerische Kultusministerium und der Landesverband der Betriebskrankenkassen gemeinsam in Bayern angeboten haben: 50 Prozent aller weiterführenden Schulen nahmen in den letzten sieben Monaten an den Fortbildungen teil und konnten mit Unterrichtsmaterialien zum Thema erreicht werden; bei den Hauptschulen wurden sogar 62 Prozent erreicht (Realschulen: 36 Prozent, Gymnasien: 27 Prozent). Wahrgenommen wurde das Qualifizierungsangebot von rund 1.500 Lehrkräften (darunter 90 Prozent Lehrerinnen), die an rund tausend verschiedenen Schulen arbeiten, teilen die Projektträger mit.
Hintergrund:
Organisiert und getragen wird das Projekt bauchgefühl vom bayerischen Kultusministerium und den Betriebskrankenkassen in Bayern. Das Unterrichtsprogramm und zahlreiche vorwiegend webbasierte Bausteine rund um das Thema Essstörungen sollen die Basis für eine offene Diskussion von Schülern, Eltern und Lehrern schaffen. Die Internetseite www.bkk-bauchgefuehl.de ist das zentrale und umrahmende Modul der Initiative. Hier können sich Jugendliche beispielsweise mittels Podcasts und Interviews informieren, im Online-Forum untereinander austauschen und auch anonym beraten lassen. Auch für Eltern und Lehrer hält die Internetseite viele Informationen bereit.
Verstanden werden unter diesem Begriff Esssucht mehrere unterschiedliche Krankheitsbilder. Zu den bekanntesten zählen die Magersucht (Anorexia nervosa), die Ess- und Brechsucht (Bulimia nervosa), die Binge-Eating-Störung (Essattacken ohne gewichtsregulierende Gegensteuerung) und die Fettsucht (Adipositas), wobei Mischformen häufig sind und die Übergänge fließend. Allen Krankheitsbildern gemeinsam ist jedoch, dass sie sich durch ein gestörtes Verhältnis zum Essen und zum eigenen Körper äußern. Essstörungen gehören in den westlichen Gesellschaften zu den häufigsten psychosomatischen Erkrankungen unter Jugendlichen und jungen Frauen.
Weitere Informationen unter: www.bkk-bauchgefuehl.de
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Pressereferentin
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Pressesprecherin:
Manuela Osterloh, Tel. 089 / 74579421, osterloh@bkk-lv-bayern.de